FDP Kreisverband Paderborn

Sonntag, 20. Mai 2012
13.04.2011 Prominenter Redner beim Kreisparteitag

Wolfgang Gerhardt zu Gast in Delbrück

Der Vorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung Dr. Wolfgang Gerhardt, MdB in Delbrück - dies ließen sich zahlreiche Mitglieder der Liberalen genau so wenig entgehen wie interessierte Bürgerinnen und Bürger.
So kam es, dass der Saal des Hotels Waldkrug gut gefüllt war, als der ehemalige Partei- und Fraktionsvorsitzende der Bundes-FDP ans Pult trat.

Und er sollte seine Zuhörer nicht enttäuschen. In seiner Rede über liberale Politik im Jahr 2011 sprach er aus aktuellem Anlass über den notwendigen Aufbruch der Partei, forderte ein Herausbilden von Markenkernen und stellte den liberalen Kompass. Die FDP müsse in einem neuen Konzept fragen, wohin die Gesellschaft sich entwickeln solle.
Verbunden mit den neuen Inhalten sei dabei auch unerlässlich, neues Personal an der Fraktions- und Bundesspitze zu finden, welches diesen neuen Aufbruch auch vermittle und dafür stehe.


Im weiteren Verlauf seiner Rede lenkte Gerhardt den Fokus auf verschiedene politische Felder und legte dabei den Finger auch in die ein oder andere Wunde.

Liberale Politik dürfe niemals bequem sein. Eigenverantwortung als Garant für die persönliche Freiheit sei sicherlich nicht die einfachste Forderung und erfordere individuelle Anstrengung, für welche längst nicht alle in unserem Lande bereit sind. Diese ließen viel lieber andere "für sich machen", was an den Wahlkämpfen der Parteien unter dem Motto "Wer bietet mehr?" deutlich werde. Liberale Politik müsse sich aber vor allem im Bereich der sozialen Sicherungssysteme und bei den Finanzen am langfristigen Denken in Wirkungsketten orientieren anstatt auf kurzfristige Effekte abzuzielen. Anstatt mit dem Megafon zu schreien müsse man mit einem Konzept und beständigen Argumenten arbeiten.

Es gelte nun, den überblähten und ineffizienten Sozialstaat dergestalt zu reformieren, dass man sich den Problemen des demographischen Wandels und den sozialen Herausforderungen offen stelle.
Eng damit verbunden sei die Bildung - hier sei Lernen der Weg zu sozialer Sicherung und nicht der Bezug von Hartz IV. Der Bildungsweg fange schon im Elternhaus an; was in dieser Zeit zwischen Geburt und Einschulung nicht an Grundfähigkeiten vermittelt und an "Mitgift" für den Lebenslauf mitgegeben werde, könnten die Schulen auch nicht mehr komplett ausbügeln.
Nach dem 2. Weltkrieg habe eine Aufstiegsorientierung geherrscht, welche heutzutage vielmals von einer Antriebsarmut gerade in den damals tragenden Bevöllkerungsschichten abgelöst worden sei.

Im Bereich der Umwelt- und Energiepolitik machte Gerhardt auch die Bereitschaft der Liberalen zu einer Energiewende deutlich. Allerdings müsse man dann auch mit offenen Karten spielen und der Bevölkerung den Preis für den Atomausstieg nennen: den erforderlichen Bau von neuen Stromleitungen, den Landschaftsverbrauch für alternative Energien und vor allem die steigenden Energiekosten. (mw)

zurück | Zum Seitenanfang