FDP Kreisverband Paderborn

Sonntag, 20. Mai 2012
22.01.2012 Liberale Impulse mit Carlos A. Gebauer

Neujahrsempfang 2012

Der FDP-Kreisverband hat am gestrigen Samstag zu seinem traditionellen Neujahrsempfang im "Triebwerk", dem neuen Café-Restaurant am Flughafen Paderborn-Lippstadt geladen.

Dass die Wahl gerade auf diese Räumlichkeiten fiel, so machte der Kreisvorsitzende Dr. Michael Hadaschik deutlich, sei auch ein deutliches Bekenntnis zum  Paderborner Flughafen, dessen Entwicklung die Liberalen im vergangenen Jahr zwar kritisch, aber dennoch wohlwollend begleiteten.

Als besonderer Gast konnte Carlos A. Gebauer gewonnen werden. Der Jurist und Anwalt ist zudem als Publizist und Schriftsteller tätig, wobei er sich nachdrücklich zu seinen klassisch-liberalen (libertären) Ansichten bekennt.

Ausserhalb der FDP kennen ihn zudem viele von der RTL-Serie "Das Strafgericht", in welcher er über sechs Jahre in mehreren hundert Folgen als Strafverteidiger mitwirkte.

Als Mitbegründer des Liberalen Aufbruchs ist er seit vielen Jahren bestrebt, der FDP aus den Reihen der Mitglieder heraus neue Impulse zu geben.Mittlerweile ist er ein vielgebuchter Gast für bundesweite Vortragsveranstaltungen und bekannt für seine - auch teilweise recht provokanten und überpointierten - Thesen, mit denen er Denkanstösse geben möchte.

. Ferner durfte der mittlerweile nach seiner Kampagne gegen den sog. Euro-Rettungsschirm und den initiierten Mitgliederentscheid bundesweit bekannte FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler begrüsst werden, der "frisch" von der Demonstration gegen einen Nationalpark in Detmold eintraf.

In seinen Grußworten machte Dr. Hadaschik deutlich, dass der FDP-Kreisverband Paderborn von jeher die bundesweite Entwicklung der Liberalen kritisch begleitet habe und sich eindeutig zu auf höheren Ebenen getroffenen Entscheidungen positionierte. So sei die Wahl des Gastredners auch als Signal an die Mitglieder zu verstehen, Vorgänge und Strömungen zu hinterfragen, darüber zu diskutieren und diese zu begleiten. Er machte keinen Hehl daraus, dass man viele Tendenzen auf der Bundesebene im Paderborner Kreisverband - aber, wie man durch den Kontakt zu anderen Verbänden wisse, auch andernorts - nicht goutiere.

Die FDP sei eine Partei, die im politischen System unverzichtbar sei. Dies würden selbst Anhänger anderer politischer Richtungen und auch viele Redakteure namhafter Zeitungen mittlerweile offen zugestehen. Liberales Gedankengut gehöre in die Politik und sei auch nur in der FDP beheimatet.

Leider wirken sich aus seiner Sicht die Geschehnisse auf Bundesebene auch auf die Arbeit vor Ort aus, die FDP sinke auch hier im Ansehen. Dabei habe man im vergangenen Jahr viel für den Kreis Paderborn erreicht, brauche sich keinesfalls zu verstecken und könne mit Fug und Recht stolz auf die Liberalen sein. 

Besonders hob er die liberale Initiative zur Ablehnung eines Nationalparks Teutoburger Wald - Senne im Paderborner Kreistag heraus. Hier sei es gelungen, die CDU von dieser Ansicht zu überzeugen, so dass der FDP-Antrag hinsichtlich einer eindeutige Ablehnungsbekundung mit Mehrheit angenommen wurde; dies sogar trotz eines Gegenantrags des CDU-Landrats. Auc engagierten sich viele Liberale in der Bürgerbewegung, die überwältigenden Zulauf erhalte.

Aber auch hinsichtlich des teuren Neubaus der Kreisverwaltung habe die FDP Alternativen aufgezeigt und stehe jetzt, nachdem die Mehrheitsfraktion der CDU für einen Neubau stimmte, dafür ein, den Budgetrahmen penibel einzuhalten.

Die FDP-Ratsfraktion in der Stadt Paderborn sorge dafür, dass im Bündnis mit der CDU der immense Schuldenberg abgetragen und keine neuen finanziellen Irrfahrten wie ein Neubau der Stadtverwaltung unternommen würden. Auch trete man entschieden gegen Steuererhöhungen zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger, aber auch des Gewerbes ein, solange nicht alle Sparanstrengungen unternommen sind.

Carlos A. Gebauer nahm die Zuhörer zunächst mit auf eine Reise zu den Wurzeln liberalen Gedankenguts und startete Ende des 18. Jahrhunderts mit der französischen Revolution, skizzierte dann die weitere Entwicklung im 19. Jahrhundert mit all ihren gesellschaftlichen Besonderheiten und Umbrüchen und endete schließlich in der Zeit nach 1945. Dabei arbeitete er liberale Grundwerte heraus und setzte diese anderen gesellschaftspolitischen Ansichten wie dem Sozialismus und Kommunismus gegenüber.

Er unterstrich insbesondere, dass ein Liberaler auf den Willen des einzelnen Menschen schaut und diesen nicht breche, wohingegen Sozialisten und Kommunisten mit Bevormundung und Besserwisserei agierten. Liberale setzen aus seiner Sicht auf die Eigeninitiative eines Menschen und auf dessen Bereitschaft, seine Situation durch Leistung zu verbessern. Sozialisten und Kommunisten würden hingegen versuchen, dem Einzelnen möglichst viel zu verschaffen, die Menschen gleich zu machen, wobei sie aber nicht beachten dass die verteilten Wohltaten auch erwirtschaftet sein wollen.

Gebauer führte dabei viele Beispiele, vor allem aus dem Bereich des Sozialrechts und der Gesundheitspolitik, an. Waren einige Thesen wie eingangs beschrieben auch provokant formuliert, so verfehlten sie ihre Wirkung nicht. Nach seinem Vortrag entfaltete sich eine tief gehende Diskussion mit dem Gastredner.

Anschließend richtete Frank Schäffler, MdB das Wort an die Zuhörer. Er berichtete von der Detmolder Demonstration und den zahlreichen Teilnehmern, die trotz des Wetters erschienen waren. In Anlehnung an den vorherigen Vortrag schilderte er seine Sicht der Dinge zum Mitgliederentscheid und zu den Maßnahmen der Euro-Rettung.

Der Nachmittag klang bei einem Kuchenbuffet und dem gemütlichen Beisammensein - sicher auch mit weiter gehenden Diskussionen zu den erhaltenen Impulsen - aus.


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